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Private Geschichte

Anmerkung: Im Mai 2001, stellte uns Frau Ohm, eine alte Mieterin der Villa Christian, diesen Bericht zur Verfügung. Wir danken für ihre Unterstützung !

Als wir, dass Ehepaar Ohm, kinderlos, 1956 die Möglichkeit erhielten, in das FDGB- Objekt Haus Berend einzuziehen, ahnte ich noch nicht, dass die zwei Zimmer Wohnung, die uns zugesprochen wurde, bis heut mein zu Hause bleiben wird.
Dies Haus in der ruhigen Klenzestraße war dem FDGB 1953 zugefallen und wurde als Mitarbeiterunterkunft genutzt. Zu damaliger Zeit waren es Saisonkräfte, die hier untergebracht waren und in FDGB- Ferienheimen als Küchenhilfen, Zimmermädchen, Beiköcheninnen, Köche usw. tätig waren. Die Unterkünfte wurden gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt inklusive Bettwäsche, Handtücher und Berufskleidung, welche wöchentlich gewechselt wurden.
Die Teilnahme am Werkküchenessen bzw. auf Wunsch an der Vollverpflegung waren preiswert und lagen bei circa bei 35,00 DM pro Monat, die Gehälter lagen zwischen 190 und 400 DM. Das „Hinterhaus“ , wie die jetzige Villa Frederike genannt wurde, war an mehrere Mietvergeben, die zu der Zeit noch vom Wohnungsamt des Rates der Gemeindeeingewiesen worden waren bzw. vor 1945 hier gewohnt hatten. Wenn eine dieser Wohnungen frei wurde, bekam sie ein Mitarbeiter des Feriendienstes zugeteilt. Obwohl ich 1958 beim Feriendienst ausgeschieden war, konnten wir hier wohnen, da uns das Wohnungsamt keine andere Wohnung zuweisen konnte. Wohnraum war zu dieser Zeit und auch später knapp und streng bewirtschaftet.
Wir hatten inzwischen zwei Kinder und es war eng geworden, als sie heranwuchsen, so erhielten wir späterhin eine Bodenkammer zusätzlich zugewiesen, die wir ein wenig ausbauten, sodass unser heranwachsender Sohn dort einziehen konnte. Im Laufe der Jahre wechselten die Mieter öfters und immer mehr Familien mussten untergebracht werden, sodass aus den einzelnen „Unterkünften“ Wohnungen entstanden. Es waren dann vier Familien hier untergebracht. Im Parterre wurde die Wäschekammer eingerichtet, die das ganze Objekt des Feriendienstes mit Bett- und Tischwäsche versorgte, sowie auch mit Berufskleidung.

Einige Mietparteien wohnen doch schon recht lange hier, z.B. Familie Kautermann, Familie Dunse, Familie Dwilling. Die Kinder dieser Familien sind hier gemeinsam hier aufgewachsen und haben mit den Kindern der Nachbarhäuser ihre Späße getrieben und ihre Abendteuer erlebt, nun sind sie herangewachsen und nur die Kautermannschen Kinder sind noch hier ..., bzw. finden sich noch manchmal ein. Die ganz junge Generation... aber das gehört schon zur Neuzeit.

Mit der Wende haben sich die Eigentumsverhältnisse schnell verändert, die beiden Häuser der Klenzestraße 4 erhielten einen neuen Besitzer, sie wurden saniert und auf einen modernen Stand gebracht. Die alten ;Mieter konnten hier wohnen bleiben, was durchaus nicht selbstverständlich war. Sieht man heute die Häuser der Klenzestraße, so sind sie fast alle saniert usw., die alten Mieter sind fortgezogen, es mutet schon seltsam an, die leeren Häuser anzusehen, deren Mieter man fast alle kannte, oder fast alle, wenn man so lange Jahre hier verbracht hat. Wiederum hat es in Heringsdorf ein gutes Wohnungsbauprogramm gegeben, sodass die Leute doch wohl überwiegend bessere Wohnungen bekommen haben als sie vorher hatten. Weil alle diese ehemaligen Pensionen sich durch einen besonderen Baustil auszeichnen, nämlich sehr hohe Räume, und ja eigentlich nur für den Sommerbedarf gebaut waren und in den Nachkriegjahren erst mühevoll winterfest gemacht wurden.

In der Klenzestraße 14 sind die Mieter entweder wohnen geblieben oder haben sich auf eigenen Wunsch verändert, dann wurden die Wohnungen an neue Mieter vergeben. Und so ist es bekommen, dass jetzt wieder Kleinkinder eingezogen sind und eine Mietpartei mit einer werdenden Mutti, dass finde ich sehr erfreulich.

Es wurden zwei Ferienwohnungen eingerichtet vom Hauswirt, davon die eine im „Vorderhaus“, also der Villa Christian auf dem Dachboden, d.h., es wurde kein Wohnraum dafür in Anspruch genommen. Die zweite Ferienwohnung entstand in der Villa Frederike, nachdem dort eine Mietpartei dort ausgezogen war.

Die „alten“ Mietpartien halten noch eine gute Nachbarschaft miteinander, sodass es sich hier angenehm wohnt, ich möchte hier schon nicht wegziehen mögen. Und ich denke, die Feriengäste werden auch mit der angebrachten Freundlichkeit aufgenommen und können sich hier wohlfühlen.

Frau Heinze, eine Mieterin im Haus Frederike, erzählte uns vor einiger Zeit folgende Geschichte zu unserem Haus:
Im Jahre 1946, also unmittelbar nach dem Kriege, wurde ein Kindermädchen für einen gut einjährigen Jungen gesucht. Seine Eltern waren ein hoher russischer Offizier und seine Mutter. Sie lebten im Haus Christian in der Wohnung, in welcher heute die Familie Rüdiger wohnt. Der Offizier hatte eine Architekturausbildung genossen und war für den Aufbau bzw. die Restaurierung einiger Gebäude in der Nähe der heutigen Spielbank zuständig.
In dem Raum, in welchem die Heizungsanlage steht, stand früher die Küche für die Familie.
In der Wohnung befanden sich unter anderem ein Flügel und mehrere Teppiche, welche als Kriegsbeute nach Russland transportiert wurden.
1947 zog die Familie in eine andere Wohnung, da man in die jetzige von der Straße her gut hineingucken konnte.
1948 wurde er nach Berlin versetzt, seine Familie musste mitziehen.

Bis zur Wende

Die Häuser "Villa Christian" und "Haus Frederike" wurden um 1880 gebaut. Sie gehören zu den ältesten Häusern in Heringsdorf und sind bereits auf den ältesten Postkarten zu sehen.
Der erste bekannte Kaufvertrag stammt aus dem Jahre 1926. Ein Rittergutsbesitzer kaufte damals die Häuser für seine Tochter als Abfindung. Dieses war zu dieser Zeit üblich, um die weichenden Erben zu entschädigen.
Frau xyz Taube, so der Name seiner Tochter, betrieb in den Häusern ein Kost- und Logierbetrieb. Sie soll sich auch künstlerisch betätigt haben. Am Ende des 2. Weltkrieges flüchtete sie nicht, wie viele andere, in den Westen, sondern vertraute der momentan regierenden russischen Militärregierung. Diese versicherten ihr, dass sie ihren Besitz behalten und in Frieden weiter leben könne.
In der Zeit der ersten DDR-Regierung erfolgte aber die unter dem Namen "Aktion Rose" bekannte Enteignung vieler derartiger "Objekte". Frau Taube starb kurze Zeit später.
Das Haus wurde dem FDGB (Freien deutschen Gewerkschaftsbund) übereignet. Sein sog. Feriendienst übernahm die Liegenschaft. Viele Mitarbeiter des Feriendienstes erhielten hier ihre Betriebswohnungen, einige wohnen heute noch hier. Im Erdgeschoss des Vorderhauses war ein großes Wäschelager und eine Schneiderei untergebracht.
1990 kaufte die GBR Wenzlaff/ Haeger die Immobilie von den Enkelkindern Frau Taubes.
Die Eltern dieser Kinder waren Studienkollegen der Familie Wenzlaff senior. Die Enkelkinder sind Herrn Wenzlaff junior seit seiner Kindheit bekannt.

Renovierungsarbeiten nach der Wende

In der Villa Christian erfolgten folgende Arbeiten :

* neue Fenster
* neue Gaszentralheizung
* Sanierung der wichtigsten Elektroinstallation
* Erneuerung von Frisch- und Abwasserleitungen
* Renovierung des Flures
* Einbau von Bädern und WC´s in alle Wohnungen
* Ausbau des alten Dachbodens zu einer modernen Ferienwohnung
* Wärmedämmung im Dachraum
* Fassadensanierung und Anstrich
* punktuelle Fundamentsanierung gegen Feuchtigkeit
* Sanierung und Anstrich der Schuppenanlage
* Erneuerung der Regenabflussrohre
* Erneuerung einiger Kanalisationsrohre und der Hauptwasserleitung
* neue Hofplatzanlage
* Entkernung und Komplettsanierung einer Wohnung des Dachgeschosses
* Fenstererneuerung des Balkones
* Einbau eines Balkons in der Ferienwohnung
* Neuzuschnitt von Bad und Küche, sowie Einbau einer neuen Einbauküche mit Geschirrspüler

--> Zertifizierung mit 4 Sternen.

* Im Zuge der Straßensanierung Schaffung von 5 Parkplätzen, eines neuen Zaunes mit Pergola sowie Anlage eines Beetes mit „pommerscher Vegetation“
* Versetzung des alten Zaunes an den Durchgangsweg zum Haus Flora
* Ersatz der 15 Jahre alten Gasheizung durch eine moderne Brennwertkesselanlage
* Vollsanierung der Wohnungen im EG rechts und im 1 Stock rechts
* Teilsanierung der Wohnung im EG links, Neubau des dortigen Bades; komplette Neutapezierung

 

Im Haus Frederike erfolgten folgende Arbeiten :

* Einbau einer Heizung
* Abriss alter Schuppen hinter dem Haus
* Erneuerung vieler Fenster
* Sanierung der Elektroinstallation
* Erneuerung der Frisch- und Abwasserleitungen
* komplette Dacherneuerung und Wärmedämmung
* Neuschneidung von Wohnungen
* Einbau einer modernen Ferienwohnung
* Einbau einer neuen Wohnung in die früheren Abstellräume des FDGB
* Verfüllung alter Keller unter dem Hinterhaus
* Sanierung des Flures und Malerarbeiten
* Sanierung der Fassade und Malerarbeiten
* Komplette Fundamentsanierung gegen Durchfeuchtung
* Vollsanierung der Wohnungen im EG rechts, 1. OG rechts
* 2015 Vollsanierung
der beiden Wohnungen im 2. OG.; komplette Neuschneidung und Schaffung zeitgemäßer Bäder und Küchen
* Neueinrichtung der Ferienwohnung mit neuen Sitzmöbeln und neuer Einbauküche mit Geschirrspüler

 

Villa Christian
Klenzestraße 14
17424 Seebad Heringsdorf

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